So, nach mehrfachem Anfragen werde ich mich nun an mein erstes Tutorial machen. Als Beispiel, wie ich ein Bildelement verwirkliche, soll der Sack aus dem Romghan-Bild dienen. Ich setze bei diesem Tutorial Kenntnisse in PS CS3 vorraus, sowie das multible Verwenden von Pinselspitzen bzw. Strukturpinseln. ebensp ist ein Tablett UNBEDINGT ein Muß (ich verwende das Wacom Intuio 3) Der Einstiegspunkt: Der Hintergrund ist erstellt. Nun kommen die einzelnen Elemente. Für jedes Element, wie der Sack, erstelle ich einen Ebenenordner, wo alle Einzelteile enthalten bleiben. Das ist wichtig, damit man später sein Bild optimal "abmischen" kann. Allerdings sollte man dabei den Speicher im Auge behalten. So eine PS-Datei kann bei mir am Ende locker 120 Ebenen haben und an die 2GB groß werden. Die Gesamtebenen des Sacks und auch deren Hirarchie füge ich zum Schluss ein. Aber nun zu den Schritten:
01) Hintergrund
Dieser ist, wie gesagt, schon erstellt. Er sollte in dem gleichem Stil erstellt worden sein, wie das nun zu malende Objekt, damit sich später alles nahtlos einfügt.

Hintergrund
02)Grundfläche
Ich erstelle in einer Farbe die Silouhette des Sacks. Dabei verzichte ich auf Pfade und Vektoren, damit es nciht zu computergeneriert aussieht. Ich male also mit einem Pinsel, der leicht abgeweichte Kanten besitzt (Kantenschärfe 85%) meine Fläche. Den Radierer stelle ich genauso ein. So kann ich mit den Kürzeln "B" und "E" problemlos hinzufügen und wegnehmen. Da wo es unschärfer oder später auch dunkler werden soll, kann ich mit einem Verschmierer die Kanten verzerren. Es soll und darf nicht zu computermäßig rüberkommen. Auf dieser Ebene werden fast Einzelteile eingerückt.

Fläche
03)Innenfläche
Da der Sack oben eine Kante besitzt und aufgrund der Perspektive ein Stück Innenseite zu sehen ist, lege ich eine neue Ebene an und male in der Farbe der Innenseite den Bereich genauso als Fläche, wie die Grundfläche.

Innenseite
04)Licht und Schatten
Jetzt kommt ein wichtiger Schritt. Zunächst muss festgestellt werden, woher das Hauptlicht auf den Sack scheinen soll. In diesem Falle kommt es vion rechts oben. Ich lege nun eine Ebene für den Schatten an und rücke sie auf die Grundfläche ein. Dazu lege ich die leere Ebene über die Grundfläche, halte den Mauszeiger auf die Verbindungskante der beiden Ebenen, halte die Alt/Apfel-Taste gedrückt und klicke mit links. Die leere Ebene sollte nun im Editor etwas rechts versetzt sitzen und eine Eckpfeil auf die Grundfläche-Ebene zeigen lassen. Alles was ihr nun in die leere Ebene malt wird nur innerhalb der Grundfläche sichtbar (alles darüber hinaus ist aber dennoch da und frisst Speicher).
Nun male ich mit einem dunkelbraunen Pinsel die Bereiche, wo durch die Falten Schatten entstehen soll. Hier kommt dann mein Lieblingswerkzeug, der Verschmierer zum Einsatz. Damit ziehe ich Spitzen und erzeuge so schnell die räumlichen Falten (Verschmiererdruck 50%-70%, weiche Kante, Spitz zulaufend). Genauso verfahre ich mit der zu erstellenden Lichtebene. Der Schattenebene gebe ich noch den Status "Multiplizieren", der Lichtebene "neg. Multiplizieren". Das Licht ändere ich noch in der Opazität und mache es etwas transparenter, so das das weiß eben nicht mehr reines weiss ist. Der Schatten sollte auch nicht komplett schwarz sein, höchstens an den dunkelsten Stellen. Wo und wie genau die Falten verlaufen... dazu müsst ihr am besten einen realen Sack beobachten :-)

Licht-Schatten
(Wichtig: der Glossy Effekt ensteht durch die obere Lichtkante am Rand. Dazu male ich einfach einen weissen Punkt im Zentrum der Kante und ziehe aus diesem Punkt mit dem Verschmierer die Ränder nach außen raus. Das ist nicht einfach und braucht viel Übung. Aber eine Kante sollte der Sack schon besitzen, damit die Materialstärke gezeigt wird.
05)Abdunkler
Um den ganzen Sack eine räumlichere Tiefe zu geben, male ich auf einer extra Ebene (einrücken) weitere, gröbere dunkle Bereiche mit einem weichem Brush. Natürlich da, wo das Licht vom Einfall her weniger wird.

Abdunkler
06)Gegenlicht
Es empfiehlt sich immer, ein oder zwei Gegenlichter zu positionieren. Die beste Wirkung erreicht man, wenn man farbige Lichter wählt. die Farbe bestimmt dann das Ambiente. Im Falle des Sacks habe ich ein warmes Rot gewählt, was vielleicht von einem Kamin her scheinen kann. Das Gegenlicht lasse ich genau entgegengesetzt zum Hauptlicht scheinen. Es erscheint also genau da, wo durch das Hauptlicht der Schatten entsteht. Ich male dazu auf einer neuen Ebene (einrücken) mit fast reinem Rot meine diffusen Stellen und gebe der Ebene den Status "neg. Multiplizieren", danach mache ich die Ebene noch etwas transparent.

Gegenlicht
(Wichtig: sämtliche Lichteinfälle sollte man nicht bis über die Kante malen. Ebenso sollte auch die Seite, die dem Licht zugewandt ist, einen kleinen Schattenverlauf bekommen, damit der Sack nicht zu platt aussieht)
07)Verläufe
Jetzt gehts schon langsam ins Detail. Um den Sack mehr Tiefe zu verleihen und ihn mehr an seine Umgebung anzupassen, versehe ich ihn mit Farbverläufen. Das tue ich immer sehr intuitiv und nicht jeder Verlauf ist erklärbar. Da solltet ihr viel probieren und Euch künstlerisch entfalten. Auf jeden Fall solltet ihr jeden Verlauf auf eine extra Ebene packen (einrücken) und mit den verschiedenen Einstellungen von "Multiplizieren" über "Overlay" bis "Luminanz" ect. spielen. Im Falle des Sacks gab es lediglich einen radialen Gelbverlauf in Lichtrichtung und einen linearen Braun-Verlauf auf der Schattenseite. Beide Verläufe lasse ich auf "Normal", dem Gelb/Orange-Verlauf stelle ich auf Deckkraft 50%

Verläufe
(Anm. Das Ergebnis ist kaum sichtbar, aber es macht dennoch was aus)
08)Emblem (1)
Nun soll auch noch was auf dem Sack draufstehen. Das kunstvolle Zeichen habe ich auf einem Extra-Dokument gezeichnet. Es empfiehlt sich, den Stil nicht zu verlassen. Also auch direkt mit dem Tablett das Zeichen erstellt. Auch hier darf und soll man den handgemalten Charakter erkennen, also auf Vektoren verzichten. Das Emblem wird dann wieder als Extra-ebene auf den Sack gepackt (einrücken). Wenn die Physik der Falten oder des Sacks ein Verzerren des Emblem erfordern würden, könnte man das mit "Verzerren/Warp" nun machen. (in meinem Fall war das wegen der organischen Form und der direkten Frontansicht nicht nötig).

Emblem-Grundform
09) Emblem (2)
Nun möchte ich noch eine Fläche dahinterlegen, um das Pik-Zeichen deutlicher zu machen (Ace of Spades!). Altes Spiel: neue Ebene, einrücken aber unter die Emblem-1-Ebene packen und einfach draufmalen. Damit sich die Fläche an den Sack anpasst, habe ich der Ebene den status "Hard light" gegeben, so bleiben die dunklen und hellen Stellen des Sacks auch unter der Fläche erhalten.

Emblem-Fläche
10) Struktur (1)
Erst jetzt und NICHT vorher sollte man sich mit der Struktur des Materials beschäftigen. Zu diesem Zweck erstelle ich eine Textur, die dem Gewebe entsprechen soll. Als erstes macht man sich einen Strukturpinsel. Ein neues Dokument erstellen (quadratisch und groß genug für das Bild). In meinem Fall war es 500x500px groß. Dort zeichne ich ein Stück rechteckiges Gewebe einfach mit dem Tablett schwarz auf weiss. Eine Auswahl drumgezogen und das ganze als Pinselspitze kreieren. Nun erstelle ich mir ein Dokument von 2k (2048x2048 px) und gebe es dem Farbwert RGB 128/128/128. Das ist ein neutrales Grau. Würde man diese Fläche auf ein anderes Bild packen und der Ebene "ineinanderkopieren/overlay" geben, würde nichts geschehen. Aber weiter auf dem Graudokument: alles was ich nun darauf dunkleres male, ist auch später dunkler und alles, was ich heller als das Grau male, erscheint auch nahcher heller. Nach diesem Prinzip male ich mit meinem Strukturpinsel ein organisches Gewebe auf die Graufläche und speicher es mir als "Gewebe-Textur" ab.

Textur
11) Struktur (2)
Wie oben schon gesagt, nehme ich nun diese Textur und packe sie auf meine Grundfläche. Nun muss man sehen, was besser aussieht. In meinem Fall habe ich die Textur multipliziert, also nur die dunklen Stellen sichtbar gelassen und die Opazität deutlich heruntergesetzt. Zudem empfehle ich immer, eine Maske dazu anzulegen und die Struktur hin und wieder sanft zu unterbrechen, damit kein Computer-3D-Eindruck entsteht. Da ich die Textur sich um einen ovalen Körper zieht, muss ich die Textur auch mittels Warp/Verzerren angleichen. In der Realität müsste ich mich da um jede Falte kümmern. Spätestens da sollte man mittels einer Maske die Textur verschwinden lassen. Im Multipliziermodus vermengt sie sich mit den Schatten und ist dort ebenso nicht mehr sichtbar. Da wo richtige Lichtpunkte sind, sollte man auch auf Struktur verzichten. Generell sollte man eher sparsam damit umgehen (eine Tatsache, die ich mir selber jedes mal noch vorbeten muss :-))

Struktur
12) Schlagschatten
Das werden viele von Euch schon kennen. Unter der Grundfläche lege ich eine neue Ebene an und male mit Schwarz den Schlagschatten des Sackes gemäß dem Lichteinfall, der schattengebend ist. Je näher etwas an einer Lcihtquelle steht, desto härter und dunkler wird der Schatten. Er sollte aber in jedem Fall weich und transparent auslaufen. Also solange mit Brushes, motion-blur und Masken spielen, bis es gut aussieht. Da gibt es sonst kein Patentrezept :-)

Schlagschatten
13) Inneres
Schon fast in Vergessenheit geraten, aber dennoch da: unsere Fläche, die über all diesen Ebenen thront, die immer noch rein braune Fläche der Innenseite. Diese ist NICHT auf die Grundfläche eingerückt. Es würde zwar am Bild nichts ändern, aber dann könnte man wiederum auf der eingerückten Ebene nichts mehr einrücken. Ich habe in meinem Fall auf die Innenseite-Ebene einen einfach radialen Schwarzverlauf nach unten gelegt und oben die besagte Glossy-Kante als Lichtebene drangemalt. Es bleibt bei Euch, wie genau ihr diesen Teil des Sackes ausarbeiten würdet.

Innenseite (2)
14) sonstiges
Jetzt kommen die Schnüre noch hinzu. Um den Rahmen nicht vollkommen zu sprengen, lasse ich hier nun die Einzelheiten weg. Das Verfahren ist dasselbe. Eine Ebene erstellen, auf die ich die Schnüre als Silouhette male, Lciht und Schatten drauf (Glossy-Kante), Verläufe ect. und das Ganze über die Grundfläche legen. Diesmal natürlich nicht einrücken, das die Schnüre über den Sackrand ragen. Im Ebenen-Bild habe ich die Einzelteile der Schnüre schon auf eine Ebene reduziert (was gewagt ist).

Schnüre
FERTIG!
15) Ebenenübersicht
So sollte später der Ebenenordner des Sacks aussehen. Ich empfehle, JEDE Ebene zu benennen und zusammengehörige Ebenen, die aber in der Hirarchie auseinander liegen, farblich zu kennzeichnen. Wie gesagt: sonst verliert man bei 120 Ebenen den Überblick. Nun kann man nach herzenslust alle Einzelteile im Farbton, Gradation, Transparenz usw. einstellen, bis der Sack so aussieht, wie man ihn haben will.

Ebenen
So wird JEDES Bildelement bei mir angelegt. Man sollte sich also schon bei der Bildidee Gedanken machen, aus was für Elementen das Bild bestehen soll. Es empfiehlt sich, einen Plan zu machen, kein Scherz. Aus Speichergründen musste ich diverse Elemente später flatten und sie dann in ein neues Dokument arrangieren. Das Romghan-Bild besteht aus folgenen Elementen:
Hintergrund:
Der Raum an sich - Fenster - Balken - Wappenschild (als eigenes Dokument 1GB groß, geflattet und als eine Ebene in ein neues Bild verfrachtet)
Devotionalien:
Sack - Flaschen - Fleck - Hut - Becher - Würfel - Schwertscheide - Schwertgriff (alles ca. 1,5 GB groß. Alle Elemente geflattet und als je ein Layer zu dem Hintergrund gepackt. So kann man die Einzelteile noch rumschieben)
Lemmy:
Gezeichnetes Element, die Zeichnung liegt später noch im Multiply-Modus über dem ganzen und ist noch 40% opac.
Laute:
Aufgrund der vielen Einzelteile ein eigener Ebenenorder.
So, das wars. Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in mein Tun geben. Ich hoffe, ihr könnt damit was anfangen.
Bis bald
Markus Holzum
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Veröffentlicht am: 28 Jul. 2009 |
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Kommentar(e) (8)
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bewirb dich bei wow die können immer gute zeichner gebrauchen
Zuletzt bearbeitet am: 25 Aug. 2009 23:53:23
25 Aug. 2009 23:52:52 • Antworten •
klaaaaaaaaaaaaaasseeeeeeeeeeeee richtig geil.
respekt
5 Aug. 2009 22:19:03 • Antworten •
Einfach hammer, sehr ausführlich und leicht erklärt=)
30 Jul. 2009 14:35:21 • Antworten •
Echt der Wahnsinn...tolles Tutorial..sieht echt geil aus und respekt für sowas..weiter so solche Bilder faszinieren mich immer wieder...MfG Eles
29 Jul. 2009 12:44:16 • Antworten •
Nice! respekt. sind wirklich cool deine Bilder :P
28 Jul. 2009 19:04:24 • Antworten •
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schön das du uns einblick in deine techniken verschaffst ... gute sache !
weiter so
lg M
23 Sep. 2009 21:50:47 • Antworten •